Interview mit Thorsten Schulz (HH)

Ich versuche mal eben dich vorzustellen und Du darfst dann gleich ein wenig zu deinem Lebenslauf ergänzen und mich korrigieren.

Du bist 30 Jahre alt, wohnst in Hamburg und hast eine Ausbildung an der staatlichen Gewerbeschule für Gastronomie und Ernährung gemacht. Du arbeitest bei dem Caterer „PACE“ und in der Bar Cabana von Uwe Christiansen die mittlerweile eine Tiki-Bar geworden ist. Du hast eine Vorliebe für alte Shaker, schreibst für deinen Blog  „Shaker Blog“ und hast die Seite shaker-collection.de ins Leben gerufen. Erzähl doch mal die Anfänge wie und warum Du dich für die Bar- und Gastroszene entschieden hast und vor allem wie Du zu dem Hobby des Shaker-Sammelns gekommen bist.

In die Gastro „gerutscht“ bin ich bereits mit ca. 16 Jahren, als ich hier und da mal ausgeholfen habe. Einige Zeit später habe ich mit ein paar Bekannten eine Disco in Hamburg eröffnet, die sich aus einem Freundschafts-Partyprojekt entwickelt hat. Im „FriendworX“ stand ich dann Abends an der Bar und servierte in erster Linie Longdrinks und Bier. Später, beim Bund, habe ich mit meinem Vorgesetzten dann Cocktailabende für die Kameraden durchgeführt, was mir den Einstieg in die Materie verschaffte. Nach dem Bund habe ich dann die Lehre zum Restaurantfachmann mit Zusatzqualifikation zum Barmixer gemacht.

Zu den Shakern bin ich durch 2 Punkte gekommen: Zum Einen hatte mein Vater einen Shaker von meinem Opa in der Vitrine, den dieser privat genutzt hatte. Dieser wurde ab und zu rausgeholt um damit einen „Hamburgo“zu mixen, ein geschüttelter Longdrink aus 4 Gin, 4 Cognac und 4 Orangensaft. Nun wollte ich, in meiner Begeisterung für cocktails, den Shaker haben und mein Vater gab ihn mir nicht. Also habe ich mir meinen ersten Shaker gekauft. Einen Edelstahl-Dreiteiler von WMF. Ich machte mir den Drink und: er schmeckte anders. Aus Neugier hab ich angefangen Shaker auf Flohmärkten zu kaufen und „zu verkosten“.

Der 2. Punkt war, dass ich einen Artikel über Mr. Visakay, den Gott der Shaker-Sammler, gelesen habe und somit den ersten fand, der ähnliches tut wie ich.

Auf shaker-collection.de schreibst Du über die Geschichte des Cocktailshakers und veröffentlichst Interviews mit anderen Sammlern und Leuten die etwas über Cocktailshaker erzählen. Wie kamst Du dazu nach deinem ersten Blog noch diese ins Leben zu rufen?

Nachdem ich einige Zeit schon den Shakerblog geschrieben habe, viel mir auf, dass es keine Internetseite gibt, auf der man weiterreichende Informationen zu Cocktailshakern bekommen kann. In erster Linie handelt es sich nur um Händlerseiten und es gibt nur sehr spärliche Informationen. Warum also nicht das vorhandene Wissen auch dauerhaft nach Themen präsent machen? Die Seite ist noch unvollständig.

 

Ein Shaker aus Thorstens Sammlung


Hast Du Kontakt zu anderen Sammlern und tauscht man sich regelmäßig aus? Gibt es eine Lieblingsgeschichte die Du durch dein Hobby erlebt hast?

Man trifft immer wieder die Sammler auf verschiedenen Events der Gastroszene und dank Facebook ist man inzwischen auch ganz gut vernetzt. Sehr schön finde ich zur Zeit, dass immer wieder Freunde und Kollegen anfragen, ob sie einen der alten Shaker für Wettkämpfe oder Themen-Veranstaltungen haben können.

Wie jedes Hobby ist dieses wahrscheinlich auch ein nicht gerade billiges Hobby. Wo liegen dort bei Dir die Grenzen? Findet man Shaker eher online oder begibst Du dich auch viel auf Floh- oder Trödelmärkte?

Grade bei ebay und auf Flohmärkten kann man gute Schnäppchen machen. Über Preise rede ich, auch auf meinem Blog, garnicht.

Auf welchen Shaker in deiner Sammlung bist Du besonders stolz und welchen Shaker möchtest Du unbedingt noch irgendwann mal in deiner Sammlung haben?

Ich habe ein paar sehr schöne Stücke, auf deren Besitz ich schon stolz sein kann. Z.B. den Taqueray 10 Shaker, von denen gibt es nach meiner Info 5 Stück in Deutschland, 3 davon hab ich importiert.

Ich suche immernoch einen bezahlbaren Konga-Shaker, der letzte wurde mir vor der Nase weggeschnappt.

So sieht der Shaker eines Hamburger Jung aus!

In der Bar Cabana stehst Du auch regelmäßig mit Simon Rixen hinter der Theke (bitte einen schönen Gruß ausrichten). Was bedeutet für dich das Arbeiten in einer Tiki Bar? Wo siehst Du die Unterschiede und Vorzüge zu deiner Catererarbeit?

Arbeiten in einer Tiki Bar bedeutet für mich Freiheit und die Möglichkeit den Menschen Flair und Getränke meiner geliebten 50er Jahre näher zu bringen. Dazu kommt, dass ich den polynesischen Lebensstil sehr mag und auch beim Umbau der Bar dabei war. Entsprechend ist dort zu arbeiten auch ein Heimatgefühl.

Meine Arbeit beim Caterer ist rein administrativ, entsprechend ist der Unterschied zur Bararbeit groß…

Da ich selber einiges an Pomade zu Hause stehen habe, muss ich das natürlich auch kurz aufgreifen … Bitte ein mal deine Top 3 Favoriten für Pomade mit kurzer Begründung.

Ich bin ein großer Fan von festen Pomaden, die man anfönen muss um sie in die Haare zu bringen.

Top 3 sind zur Zeit: Schmiere Hart, die rote Dax und Schmiere Extrahart. Alle drei bestechen durch ihren festen Halt und ihren Duft. Die Schmiere-Produkte haben zudem noch den Vorteil, dass sie in der Hand nicht so kleben, wie normale Pomaden.

Sehr gespannt bin ich auf die orangene Dax, die mit gutem Halt und seidigem Glanz im Haar überzeugen soll. Die wird dann wohl bald auch im Regal stehen. 

Thorsten Schulz ohne Shaker, aber mit Pomade!

Was war der Beweggrund damals mit deinem ersten Blog anzufangen und was bewegt Dich heute noch zum schreiben?

Wie bereits oben erwähnt gab es keine wirklichen Nachschlagewerke und ich habe begonnen zu schreiben um das erworbene Wissen nicht versickern zu lassen. Andere sollten daran teil haben und leichter einsteigen können als ich.

Des Weiteren ist es ein wunderbares, mobiles Nachschlagewerk geworden, wenn man Infos abrufen will.

Ehrlich gesagt bin ich schon seit Monaten nicht mehr dazu gekommen zu schreiben, habe es aber ganz fest vor. Ehrlich!

Du hast erwähnt das der Shaker sich auch besonders auf den Drink auswirkt. Ich führe in meinen Interviews immer gerne eine virtuelle Bestellung durch und würde das nun gerne auch bei Dir tun. Ich hätte von Dir gerne 3 Cocktails mit Rezept und die Info welchen Shaker Du für den jeweiligen Cocktail verwenden würdest.

Nun, dann fangen wir doch mal mit einem Negroni an: je 3 Teile Tanqueray, Campari und (heute ist mir danach) Cinzano, sonst gerne Antica oder Punt e Mes, gerührt im hauchdünnen Rührglas meines Opas.

Danach hätte ich gerne einen Pimm´s No.1 Cup mit, wichtig, 3 cl Pimm´s und Sprite, garniert mit nicht zu viel Gurke.

Zum Abschluss möchte ich einen t-Punch mit 4cl St.James, sowie je 1cl frischem Limettensaft und Zuckersirup (bitte hausgemacht, wenn möglich). Du siehst: ich trinke vorzugsweise klassisch.

Hamburg, meine Perle. Du bist gebürtiger Hamburger, oder? Würde es für Dich noch mal in Frage kommen die Stadt zu wechseln? Was bedeutet Hamburg für Dich?

Als gebürtiger Hamburger (nicht geborener!!!) werde ich der Heimatstadt immer erhalten bleiben, sofern mir da keine Frau dazwischen kommt 😉

Hamburg ist Hamburg und da kann keine Stadt der Welt mithalten.

Nun kommen noch schnell die drei Standardfragen.

Was war dein zuletzt getrunkener alkoholischer Drink?

Zählt Bier? Sonst Negroni 

Welche 3 CDs, LPs findet man bei Dir regelmässig in deinem CD-Player/auf deinem Plattenspieler?

Ganz klar: Elvis, Brian Setzer und Johnny Cash sind immer gute Begleiter.

Möchtest Du noch irgendwas loswerden?

keep rockin´ und Danke für die tollen Fragen.

 

Foto von Faby Sacher

 

 

 

 

 

 

 

 

Informationen:

Bar Cabana
Shaker Blog
Shaker Collection

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